Kategorie: Class of 2014

Jetzt erhältlich: Broschüre für inklusives Campaigning

Das Team des Campaign Boostcamps mit der Broschüre: "Leitfaden für Inklusives Campaigning"
Das Boostcamp-Team freut sich über den druckfrischen Leitfaden „Kampagnen für Alle“.

Zugegeben, es hat länger gedauert als wir es geplant hatten. Dafür sind wir jetzt besonders stolz, dass sie da ist. Mit der brandneuen Broschüre „Kampagnen für Alle: Leitfaden für inklusives Campaigning“ haben wir einen weiteren Beitrag geschaffen zu einem Anliegen, das zur DNA des Campaign Boostcamps gehört: Inklusion.

Wir sind der Überzeugung, dass durch inklusive Kampagnen neue Vorbilder geschaffen und Handlungsoptionen für eine vielfältige Gesellschaft aufgezeigt werden. Wir wollen mit der Broschüre zeigen, dass bereits mit ein wenig Reflexion, mit überschaubarem Aufwand und in kleinen Schritten viel verändert werden kann.

Neben allgemeinen Tipps zur Kampagnenarbeit bietet die Broschüre eine Anleitung für inklusive Sprache, Bilder und Inhalte. Es werden Werkzeuge zur barrierefreien Kommunikation im Web genannt und Tipps für gedruckte Materialien gegeben. Zusätzlich findet man Hinweise, um bei Veranstaltungen Barrieren abzubauen.

Ehrenamtliches Engagement

An der Entstehung haben zahlreiche Teilnehmer*innen des ersten Campaign Boostcamps 2014 mitgewirkt: es wurden Themen diskutiert, Texte geschrieben und schließlich das Design gestaltet. Zahlreiche Expert*innen, zum Beispiel von den Neuen Deutschen Medienmachern, von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und den Leidmedien haben mit Tipps und Ratschlägen zum Leitfaden beigetragen. Unser Kooperationspartner Aktion Mensch hat schließlich dafür gesorgt, dass die Broschüre aus als gedruckte Version und vor allem als barrierefreies PDF erschienen ist. Alle Beteiligten haben sich dabei ehrenamtlich engagiert. Vielen Dank dafür.

Download der Broschüre

PDF: Kampagnen für Alle: Leitfaden für inklusives Campaigning (Barrierefreies PDF)

Newroz Duman, Aktivistin mit Herzblut

Zu Gast im ARD Morgenmagazin: Newroz Duman, Aktivistin und Teilnehmerin des Campaign Boostcamps 2014.
Zu Gast im ARD Morgenmagazin: Newroz Duman, Aktivistin und Teilnehmerin des Campaign Boostcamps.

 

Newroz Duman war Teilnehmerin des ersten Campaign Boostcamps 2014. Sie engagiert sich bei Pro Asyl, Jugendliche Ohne Grenzen und Watch the Med für die Rechte von Flüchtlingen. Vor kurzem war die Aktivistin im ARD Morgenmagazin zu Gast, um über ihre Arbeit zum Schutz von Flüchtlingen zu sprechen. 

Warum hast du dich beim Campaign Boostcamp beworben?

Als ich vor sechs Jahren angefangen habe mich bei „Jugendliche ohne Grenzen“ zu engagieren, hatte ich keine Ahnung von Kampagnen und Aktionen. Mit der Zeit habe ich in dieser Gruppe sehr viel gelernt. Ich habe mich beim Campaign Boostcamp beworben, weil ich trotz meiner jahrelangen Erfahrung das Gefühl hatte, dass ich von Expert*innen aus der Kampagnenwelt immer noch viel lernen kann. Bis zum Campaign Boostcamp gab es für mich auch nie die Möglichkeit an Schulungen über Kampagnen teilzunehmen und die Grundlagen von A bis Z zu lernen.

Was hast du übers Kampagnenmachen gelernt?

Beim Campaign Boostcamp ist mir klar geworden, dass Kampagnen nach den eigenen Realitäten und Ressourcen geplant werden müssen und dass eine Kampagne nicht einfach mal so nebenbei laufen kann. Wir haben viel über Kampagnenabläufe und Strategien gelernt und hilfreiche Ideen und Tipps zu Fundraising mit auf den Weg bekommen. Außerdem war die Vernetzung mit Menschen aus anderen Bereichen und mit Expert*innen aus dem Campaigning für mich persönlich sehr wichtig.

Wer sollte sich beim Campaign Boostcamp bewerben?

Menschen, die fest davon überzeugt sind, dass sie etwas bewegen, etwas ändern wollen – auch im Rahmen von kleinen Grassroot-Organisationen – sollten sich bewerben. Schon eine Handvoll Menschen, die von einer Sache überzeugt sind und ein Ziel und eine Strategie haben, können oft so einiges bewegen.

Ich würde die Bewerbung nur Menschen empfehlen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie das Training brauchen und auch wirklich ernstnehmen. Denn es ist schon etwas sehr Wertvolles, was man beim Campaign Boostcamp innerhalb kürzester Zeit lernen kann und darf.

Das Campaign Boostcamp ist ein wundervoller Ort zum Lernen mit tollen Organisator*innen, ganz vielen netten und sehr unterschiedlichen Teilnehmer*innen und es ist super, um sich weiter zu vernetzen! Beim Campaign Boostcamp hat jede Aktivistin und jeder Aktivist die Möglichkeit sehr viel mitzunehmen, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit selbst zu entscheiden was genau er/sie lernen möchte.

Warum Du Dich jetzt bewerben solltest

Tobi beim ersten Campaign BootcampTobias war 2014 Teilnehmer des ersten Campaign Boostcamps in Deutschland. Dieses Jahr arbeitet er im Orga-Team mit, um eine möglich diverse Teilnehmer*innen-Gruppe zu rekrutieren und konzipiert das Planspiel im Rahmen seiner Bachelorarbeit. Ansonsten steckt er derzeit all sein Herzblut in das Projekt „Der ganz normale Wohnsinn“, das inklusive Wohnprojekte vernetzen und bekannter machen soll.

Warum hast du dich letztes Jahr beim Boostcamp beworben?

Es war irgendwie eine spontane Entscheidung am letzten Tag vor Bewerbungsschluss. Lange hatte ich gezögert mich zu bewerben. Ich habe mich damals gar nicht als „Campaigner“ verstanden. Ich engagiere mich zwar in verschiedenen Initiativen, aber meine Kampagnenerfahrung bestand nur aus einem vierwöchigen Praktikum, das gerade erst zu Ende gegangen war. Und für das Boostcamp suchten sie, wie es auf der Website hieß, „die neue Generation von Campaignern“. So fühlte ich mich nun wirklich nicht.

Warum hast du dich dann doch beworben?

Meine ehemaligen Kolleginnen aus dem Praktikum haben es mir sehr ans Herz gelegt und zugegeben, mich machte das Programm und die vielen interessanten Trainer*innen schon sehr neugierig. Die eine war Großbritannien-Chefin von Change.org, ein anderer hatte schon eine Wahlkampagne für Obama geleitet. Was die wohl über Rhetorik, Petitionen und Theory of Change zu erzählen hatten? Ich hatte ja kaum Ahnung davon, was diese „Theory of Change“ überhaupt war.

Ein Teil des Bewerbungsprozess ist ein Skype-Interview. Wie war das für dich?

Ich hatte extra einen Freund gefragt, ob ich eine Stunde bei ihm skypen könne, weil mein Internet gern mal zickt. Dann saß ich da, vor mir ein Computer und ein paar kritzlige Notizen, kaute nervös auf meinen Nägeln herum und wartete darauf, dass endlich das grüne Hörersymbol vor mir erschien. Glücklicherweise hatte ich gleich zwei Leute auf dem Bildschirm, die weitaus entspannter wirkten, als ich es in dem Moment war. Und die Gelassenheit der beiden sprang dann ziemlich schnell auf mich über und, nun ja, am Ende dieses Gesprächs fiel der Satz „Ich will noch nicht zu viel versprechen, aber ich denke, du bist dabei.“. Und so war es dann auch!

Was würdest du anderen Leuten raten, die noch zögern sich zu bewerben?

Probieren geht über studieren! Lasst Euch das echt gesagt sein. Wenn ihr die Chance habt, Euch für das Campaign Boostcamp zu bewerben, dann tut es! Ihr müsst nicht schon ein Kampagnengenie sein. Gerade die Mischung an Erfahrung die im Boostcamp zusammen kommt, macht es zu dem was es ist. Es zählt viel mehr, neugierig auf neues Wissen zu sein, dafür zu brennen die Gesellschaft zu verändern und sich seiner eigenen Privilegien bewusst zu sein.

Und jetzt los, nutzt Eure Chance! Ich kann es kaum erwarten Euch am anderen Ende der Leitung schwitzen zu sehn. ☺

Kunst & Handwerk des Protests

Von Politischer Schönheit bis zur PGP-Verschlüsselung: 4. Folgetreffen der "Class of 2014"
Von Politischer Schönheit bis zur PGP-Verschlüsselung: 4. Folgetreffen der „Class of 2014“

Von hoher Kunst bis zu alltäglichem Kampagnenhandwerk reichte das Spektrum der Themen beim vierten und letzten Follow Up Treffen des Boostcamp-Jahrgangs 2014 am Wochenende 21./22. März. Cesy Leonard, Planungschefin des Zentrums für Politische Schönheit, führt uns an die Schnittstelle zwischen Fiktion und Realität: Wie machen wir durch Kunst schöne Politik und umgekehrt, fragte sie.

Weiterlesen

re:campaign: Erstes Campaign Bootcamp in Deutschland vorgestellt

Anne Isakowitsch und Johnny Chatterton stellen bei der recampaign das Campaign Bootcamp vor (Foto: Jörg Farys/ recampaign/ Flickr)
Anne Isakowitsch und Johnny Chatterton stellen bei der recampaign das Campaign Bootcamp vor (Foto: Jörg Farys/ recampaign/ Flickr)

 

Heute haben wir bei der re:campaign Konferenz in Berlin das erste Campaign Bootcamp in Deutschland offiziell vorgestellt. Das Trainingsprogramm für Campaigner*innen stieß auf große Resonanz und hat viel Beifall bekommen. Bei dem Launch hatten wir Unterstützung von Johnny Chatterton, dem Initiator des Campaign Bootcamps in Großbritannien (Bildmitte; Foto: re:campaign/ Flickr).