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Planspiel: Briefbombe an Bert Breiner

Ein zentraler Baustein beim Campaign Boostcamp ist das Planspiel. In Teams wird eine fiktive, aber sehr realistische Kampagne geplant und organisiert. Dieses Jahr ging es um das Recht von Geflüchteten auf ein Uni-Studium.

Planspiel: Welche Strategie ist die richtige?
Planspiel: Welche Strategie ist die richtige?

Die Planspiel Story

Die Stadt Thame, das 17. Bundesland von Markland, verfügt über eine renommierte Universitäts- und Forschungslandschaft, aber auch über wenig finanzielle Mittel. In vielen Universitäten Marklands können Geflüchtete – auch ohne klaren Aufenthaltsstatus – am Lehrprogramm teilnehmen. Nicht so in Thame. Das soll sich ändern. Das Ziel der fiktiven Boostcamp-Kampagne ist es, dass geflüchtete Menschen Thamer Universitäten besuchen können.

Planspiel-Team "Unis ohne Grenzen"
Planspiel-Team „Unis ohne Grenzen“

Die Aufgaben

Im Planspiel werden die Inhalte und das Handwerkszeug der vorangegangenen Sessions ausprobiert und umgesetzt. Nach einer Akteursanalyse muss eine Kampagnenstrategie formuliert werden. Dann geht eine WordPress-Webseite mit selbst gestaltetem Logo und Kampagnenslogan online, unter Beachtung von Anforderungen zu Inklusion und Barrierefreiheit. E-Mails an Unterstützer*innen werden geschrieben und verschickt, Pressemitteilungen getextet und ein TV-Interview für die Sendung Thamesthemen gegeben.

Wie im wahren Leben: Reaktion in Echtzeit

Im weiteren Verlauf passieren unerwartete Dinge, auf die reagiert werden muss. Zum Beispiel schickt eine radikale linke Studierenden-Gruppe eine Briefbombe ins Büro des in der Sache unentschlossenen Bürgermeisters Bert Breiner, um ihn zu einer Entscheidung zu zwingen. Darauf muss mit einer Pressemitteilung und einem Blogartikel reagiert werden.

Schließlich mobilisieren rechtsgerichtete „Besorgte Studierende“ gegen den Uni-Zugang für Geflüchtete. Bei der (fiktiven) Demonstration kommt es zu Auseinandersetzungen, die der Aufhänger in den Radio-Nachrichten sind. Eine schnelle Positionierung der Kampagnenteams muss her.

 

Am Ende tritt Bürgermeister Bert Breiner vor die Presse und gibt (s)eine Entscheidung in der Frage des Uni-Zugangs für Geflüchtete bekannt. Ein erster positiver Schritt, wie die Kampagnen ihren Unterstützer*innen abschließend mitteilen.

Das Besondere

Neben der eigenen Reflektion und dem Peer-Feedback von den anderen Team können die Campaigner*innen einen echten Realitätscheck nutzen: Viele Dutzend Kampagnen-Expert*innen haben sich vorab für den E-Mail-Verteiler eingetragen, an den die Kampagnen-Mails geschickt wurden. Sie haben kollegiales Feedback gegeben, zum Beispiel Luise: „Ich würde gleich klar machen, worum es eigentlich geht. Die anstehende Demo kündigt Ihr aber erst im vierten oder fünften Satz an. Fazit: weniger sachlich, mehr Dringlichkeit und mobilisierende Sprache!“

Kampagnen-E-Mail des Planspiel-Teams OpenUp
Kampagnen-E-Mail des Planspiel-Teams OpenUp

Konzeptionelle Unterstützung gab es in diesem Jahr aus wissenschaftlicher Perspektive: Tobias Polsfuß, Teilnehmer des Campaign Boostcamps 2014, hatte auf Grundlage seiner Erfahrungen seine Bachelor-Arbeit zum Thema Planspiel geschrieben und „Qualitätskriterien des Didaktikmodells eines inklusiven Gruppenplanspiels für Berufseinsteiger*innen“ entwickelt, die in das Planspiel 2015 eingeflossen sind.

Das war das Campaign Boostcamp 2015

33 talentierte Campaigner*innen sind vom 6. bis 11. September zum Campaign Boostcamp 2015 nach Paretz bei Berlin gekommen. Die Anreise mit dem Schiff von Potsdam war sicher der erste spannende Moment. Das folgende Programm mit hochkarätigen Trainer*innen und einem Planspiel, in dem es um eine fiktive, aber doch sehr realistische Kampagne ging, hat Teilnehmer*innen und Team unvergessliche Momente gebracht.

Noch viel mehr Fotos vom Campaign Boostcamp 2015 gibt es auf Flickr.