Miene

Miene, Mitorganisator*in der bundesweite Hochschulkonferenz für Black/People of Color

„Wie das so ist, wenn man völlig unbekanntes (aktivistisches) Terrain betritt, hatte ich, da kein Vergleichswert parat, beides: unfassbar hohe und irgendwie auch gar keine Erwartungen an das Boostcamp. Sechs Tage später ziehe ich Bilanz – und bin traurig, dass es schon vorbei ist. Campaign Boostcamp war eine sehr intensive und lehrreiche Zeit. Wer angereist ist, um ohne oder mit nur wenig Erfahrung im Kampagnenbereich von heute auf morgen alles Handwerkszeug abzugreifen, wird vielleicht enttäuscht werden. Denn Boostcamp ist anders und irgendwo auch viel mehr als das. Tatsächlich war ich noch nie über mehrere Tage hinweg auf einer Polit-Veranstaltung, auf der seitens der Organisierenden so sehr auf die Anliegen und Bedürfnisse von Teilnehmenden eingegangen wurde, wo Teilnehmende und Organisierende so symbiotisch miteinander interagierten. (Ich bin immer noch begeistert davon, wie herzlich die Begrüßung am ersten Tag von statten ging.) Campaign Boostcamp bietet Einblicke in die abstraktere Strategieentwicklung von Kampagnen, Technikalitäten wie zum Beispiel den Umgang mit
WordPress usw., aber als besonders spannend empfand ich vor allem, dass mir jeder Input auch etwas über Perspektiven und Herangehensweisen real existenter NGOs verraten hat. Kampagnenarbeit also nicht nur als losgelöste Aktivität, sondern als etwas sehr Konkretes, das von bestimmten Akteur*innen in bestimmten Kontexten und unter bestimmten Umständen praktiziert wird. Das war mitunter ein ungeplanter Lerneffekt und hat, denke ich, immer wieder auch Probleme, mit denen NGOs sich in und außerhalb der Kampagnenarbeit konfrontiert sehen, an die Oberfläche gebracht. Campaign Boostcamp war bunt, herzlich und ein großartiger Ort, um zu ,,netzwerken“, neue Projekte zu starten oder sich einfach inspirieren zu lassen. Eine Erfahrung, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde.“