Zuher

Zuher, Projektleiter bei i,Slam

„Es ist doch immer wieder witzig, wie klein die Welt ist! Als ich, während meines Studiums in London in einer links-alternativen WG gelebt und mich mit meinen Mitbewohner*innen unterhalten habe, viel immer wieder der Name  „Campaign Bootcamp“ […] Nachdem sie selbst auch im Campaigningbereich gelandet sind und fest arbeiten, legten sie mir ans Herz, mich ebenfalls fürs Campaigning Training zu bewerben. Es gäbe dasselbe Format ja nun auch in Deutschland.  Zurück in Berlin, unterhielt ich mich mit meinen guten Freund*innen Leila und Youssef. Es stehe etwas Großes demnächst an, was mich sicherlich interessieren würde. Als ich näher nachfragte, sprachen auch sie vom Campaign Boostcamp […]

Als ich für das Campaign Boostcamp Deutschland angenommen wurde, stieg die Vorfreude und die Spannung auf eine intensive und lehrreiche Woche. In der brandenburgischen Idylle angekommen, lernte ich sofort Menschen kennen, die ich heute als Freund*innen bezeichnen würde. In fünf arbeitsreichen und intensiven Tagen, haben wir viele Bereiche der Campaigningarbeit kennengelernt oder professionalisiert. Von dem theoretischen Rahmen des Campaigning, bis hin zu Fundraising, Internetauftritt, Sozialen Medien oder dem wichtigen Bereich „Self-Care“. Die für die meisten sicherlich intensivste Phasen, waren die Tage (und teilweise auch Nächte), die wir mit dem Planspiel verbracht haben. In einer sehr realistischen Situation, sollten die Teilnehmer*innen Campaigninstrategien und Lösungsansätze herausarbeiten und schauen, wie sie in einer solchen Situation reagieren würden. So konnten wir viele Aspekte, die wir durch die Seminare gelernt haben, gleich anwenden und schauen, ob noch Verbesserungsbedarf nötig ist.

In einem der Seminare, kam es zu einer Situation, die für viel Gesprächsstoff sorgte. Mit problematischen Workshopmethoden einer externen Workshopleitung, wurden Menschen getriggert und für die Übung dazu gebracht, bestimmte Verhaltensweisen an den Tag zu bringen, die Menschen diskriminieren und in Schubladen packen. Sie reproduzierte gewaltvolle Mechanismen, statt sich von ihnen zu empowern, was auch offen angesprochen wurde. Ein besonderer Moment, für mich, war, dass die Teilnehmer*innen hierbei zugehört, die Kritik respektiert und ernstgenommen haben – sowohl Betroffene, wie auch Nicht-Betroffene. Die gegenseitige Solidarität untereinander, zeigte, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen sich supporten und gemeinsam aufeinander achten.

Der Austausch mit Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands, die in verschiedensten Bereichen politisch aktiv sind und eine Menge an Erfahrung mitbringen, war für mich eine große Bereicherung […] Daher kann ich Menschen dazu motivieren, sich für das Camp zu bewerben und eigene Erfahrungen damit zu machen.“